Neuseeland – Queenstown & Umgebung: Rodeo, Arrowtown und Wanderung am Arthurs Point

Rodeo in Neuseeland

Ich wollte schon immer einmal ein echtes Rodeo erleben. Während meiner Reise durch Neuseeland habe ich deshalb das Southland Rodeo besucht.

Die Veranstaltung begann mit der Disziplin Barrel Racing, tatsächlich zu meinen Highlights gehörte. Es ist beeindruckend zuzusehen, wie Pferd und Reiter in hohem Tempo um die Tonnen reiten. Wer selbst reitet, weiß, wie anspruchsvoll diese Disziplin ist: Geschwindigkeit, Präzision und das Vertrauen zwischen Pferd und Reiter müssen perfekt zusammenpassen. Besonders beeindruckt hat mich, wie gut auch die Kinder und Jugendlichen diese Aufgabe gemeistert haben.

Im Laufe des Tages folgten dann die klassischen Rodeo-Disziplinen wie Team Roping, Rope and Tie, Steer Wrestling oder auch Bulldogging genannt, Bronc Riding, Steer Riding und schließlich Bull Riding. Gerade diese Programmpunkte haben mich allerdings auch zum Nachdenken gebracht.

Vor allem beim Bull Riding und beim Bronc Riding habe ich gemerkt, dass bei mir eine gewisse Ambivalenz entsteht. Einerseits ist da die Spannung in der Arena – andererseits stellt sich unweigerlich die Frage, wie fair diese Form der Unterhaltung für die Tiere eigentlich ist. Beide Disziplinen sind extrem gefährlich, besonders Bull Riding. Wer sich auf einen wilden Bullen oder ein bockendes Pferd setzt, weiß, welches Risiko er eingeht und entscheidet sich bewusst dafür. Die Tiere hingegen haben diese Wahl nicht.

Immer wieder kam es vor, dass Pferde stürzten oder ein Bulle versuchte, über den Zaun der Startbox zu flüchten. Manche Tiere waren sehr aggressiv, verfolgten Menschen in der Arena oder gingen sogar auf Pferde los, auf denen noch Reiter saßen.

Die Erfahrung war auf jeden Fall interessant und hat mir einen Einblick in eine Welt gegeben, die ich vorher nur aus Filmen kannte. Trotzdem habe ich für mich entschieden, vermutlich kein Rodeo mehr zu besuchen. Am Ende überwiegt für mich der Gedanke, dass Tiere nicht für unsere Unterhaltung eingesetzt werden sollten – auch wenn das Spektakel auf den ersten Blick faszinierend wirkt.

Te Anau – Tor zum Milford Sound Nationalpark

Anschließend ging es für mich weiter in Richtung Fjordland-Nationalpark. In Te Anau habe ich einen Stopp eingelegt. Der kleine Ort ist so etwas wie das Tor zum Nationalpark, denn von hier aus starten viele Wanderungen und Touren in die Region.

In den Park selbst führt nur eine einzige Straße: die Milford Road (State Highway 94). Sie gilt als eine der schönsten Straßen Neuseelands und führt durch beeindruckende Berglandschaften, Täler und Regenwald.

In Te Anau habe ich zunächst eine kurze Wanderung am See entlang gemacht. Der Weg ist schön, aber für mich persönlich nicht besonders spektakulär. Wer mehr erleben möchte, sollte unbedingt das Visitor Centre besuchen. Dort erhält man viele Informationen zu Wanderungen, Aussichtspunkten und Touren im Milford-Sound-Nationalpark.

Leider habe ich meinen Besuch im Nationalpark etwas verpasst. Deshalb mein Tipp: Wenn ihr den Milford Sound Nationalpark besuchen möchtet, plant eure Wanderungen am besten bereits in Te Anau und startet von dort aus früh in den Tag. So habt ihr genug Zeit, die Landschaft und die verschiedenen Stopps entlang der Milford Road wirklich zu erleben.

Zurück in die Goldgräberzeit – Besuch in Arrowtown

Anschließend ging es für mich weiter nach Arrowtown, einem kleinen, ehemaligen Goldgräberstädtchen in der Nähe von Queenstown. Der Ort wirkt heute wie eine Mischung aus historischem Dorf und stilvollem Ausflugsziel. Im Zentrum reihen sich Cafés, Restaurants und kleine Boutiquen aneinander. Viele der Gebäude erinnern noch deutlich an die Zeit des Goldrausches und verleihen dem Ort eine ganz besondere Atmosphäre.

Besonders auffällig sind die vielen kleinen Geschäfte mit hochwertigen Produkten. Neuseeland ist bekannt für seine kreativen Künstler und Designer – und genau das spürt man in Arrowtown sehr deutlich. In vielen Läden werden handgefertigte Produkte, Kunstwerke und Designartikel verkauft.

Besonders beeindruckt hat ich dabei das Studio des Fotografen Simon Myers. Dort werden großformatige Naturfotografien verkauft, die die Landschaft Neuseelands unglaublich intensiv einfangen. Die Bilder haben mich sehr berührt, weil sie die Stimmung der Natur so authentisch transportieren. Wer sich dafür interessiert, kann die Fotografien sogar nach Deutschland verschicken lassen.

Ein kleines Highlight war für mich auch ein Stand mit Real Fruit Ice Cream von „Cheeki Cherries. Das Eis wird aus eigenen Früchten hergestellt und frisch zubereitet. Es war tatsächlich eines der besten Eis, die ich während meiner Reise in Neuseeland gegessen habe.

Sehr schön fand ich außerdem den Royalburn Farmshop. Dort werden hochwertige Lebensmittel, darunter frisches Obst und Gemüse aus der Region, verkauft. Wer lokale Produkte probieren möchte, sollte hier unbedingt vorbeischauen.

Arrowtown ist außerdem für sein historisches chinesisches Viertel bekannt. Dort lebten früher chinesische Goldgräber, die während des Goldrausches nach Neuseeland kamen, um ihr Glück zu versuchen. Die kleinen Gebäude sind bis heute erhalten geblieben und geben einen interessanten Einblick in diese Zeit und das einfache Leben der Goldgräber. Wenn man sich ein wenig für Geschichte interessiert, lohnt sich ein Spaziergang durch dieses Viertel auf jeden Fall.

Historisches Gebäude im Chinese Settlement in Arrowtown, ehemaliges Viertel chinesischer Goldgräber in Neuseeland.
Historisches Gebäude im Chinese Settlement in Arrowtown, dem ehemaligen Viertel chinesischer Goldgräber.

Queenstown – die Actionhauptstadt Neuseelands

Während meiner Reise war ich mehrmals in Queenstown. Da durch die Region im Grunde nur eine größere Straße führt, fährt man fast zwangsläufig immer wieder durch die Stadt, wenn man unterwegs ist.

Queenstown hat bei mir gemischte Gefühle ausgelöst. Einerseits ist die Stadt wunderschön direkt am Lake Wakatipu gelegen und von beeindruckenden Bergen umgeben. Andererseits ist sie sehr stark vom Tourismus geprägt. Gerade in der Hauptsaison wirkt die Stadt teilweise überlaufen, wodurch der besondere Charme manchmal etwas verloren geht.

Auch mit dem Auto durch Queenstown zu fahren kann schnell zur Geduldsprobe werden. Der Verkehr ist häufig sehr dicht, sodass man gerade im Zentrum oft im Stau steht.

Trotzdem hat Queenstown einige sehr schöne Ecken. Besonders der Hafenbereich ist ein beliebter Treffpunkt. Von dort aus starten viele Bootsfahrten und Touren auf dem See, und entlang der Promenade reihen sich Restaurants und Cafés mit Blick auf das Wasser.

Hafen von Queenstown am Lake Wakatipu in Neuseeland.
Der Hafenbereich von Queenstown am Lake Wakatipu mit Blick auf die umliegenden Berge.

Ein echter Food-Hotspot in Queenstown ist Fergburger. Der Laden ist mittlerweile fast schon eine Institution – entsprechend lang sind oft die Warteschlangen. Es ist keine Seltenheit, dass man allein etwa 20 Minuten ansteht, nur um überhaupt bestellen zu können.

Natürlich wollte auch ich den berühmten Burger ausprobieren. An diesem Tag hatte ich Glück: Insgesamt habe ich nur etwa 15 Minuten gewartet, bis mein Burger fertig war – für Fergburger also fast schon schnell.

Ich entschied für den „Holier Than Thou“-Burger. Er besteht aus frittiertem Tofu, Kokosnuss-Koriander-Sauce, Salat, Tomaten und roten Zwiebeln. Der Burger war wirklich sehr lecker und geschmacklich etwas Besonderes.

Holier Than Thou Burger von Fergburger in Queenstown mit frittiertem Tofu.
Holier Than Thou-Burger von Fergburger

Trotzdem muss ich ehrlich sagen: Ich bin mir nicht sicher, ob ich 40 Minuten oder länger auf einen Burger warten würde. Der Hype um Fergburger ist enorm – sogar Prominente wie Prinz William waren dort. Vielleicht hatte ich deshalb auch eine besonders hohe Erwartung.

Für mich war der Queenstown Hill Walk in echtes Highlight. Der Weg führt etwa eineinhalb Stunden steil bergauf, doch die Anstrengung lohnt sich. Oben angekommen hat man eine beeindruckende 360-Grad-Aussicht auf Queenstown, den Lake Wakatipu und die umliegenden Berge. Im Vergleich zur bekannten Gondelbahn ist diese Aussicht sogar komplett kostenlos – man muss nur bereit sein, den Aufstieg zu bewältigen.

Arthurs Point – Shotover Gorges Trail

Nicht weit von Queenstown entfernt liegt Arthur’s Point. Dort habe ich den Shotover Gorge Trail gemacht – einen relativ neuen Wanderweg, der erst 2025 weiter ausgebaut wurde.

Die Wanderung dauert etwa drei Stunden hin und zurück. Ich bin bis zur Hängebrücke gelaufen und anschließend den gleichen Weg wieder zurückgegangen. Der Wanderweg ist sehr gut ausgebaut und führt durch eine beeindruckende Landschaft entlang der Shotover Gorge.

Unterwegs hat man immer wieder einen tollen Blick auf den Shotover River, durch dessen enge Schlucht gelegentlich die bekannten Shotover Jet Boats rasen. Es ist spannend zu beobachten, wie die Boote mit hoher Geschwindigkeit durch die Felswände manövrieren.

Ein besonderes Detail auf dem Weg ist außerdem ein alter Goldgräbertunnel, der noch an die Zeit des Goldrausches in der Region erinnert. Dadurch enthältt die Wanderung neben der schönen Natur auch einen kleinen historischen Bezug.

Ausblick auf den Shotover River vom Shotover Gorge Trail bei Arthur’s Point.

Routeburn Track Wanderung – vom Routeburn Shelter zur Routeburn Flats Hut

Ich bin die Wanderung vom Routeburn Shelter bis zur Routeburn Flats Hut gelaufen. Eigentlich hatte ich den Key Summit geplant, stand dann aber am falschen Parkplatz – ein klassischer Planungsfehler. Im Nachhinein war das jedoch kein Problem, denn die Alternative hat sich absolut gelohnt.

Die Strecke ist gut zu gehen und führt durch eine beeindruckende Landschaft. Besonders aufgefallen ist mir der Fluss entlang des Weges: Das Wasser schimmert in einem intensiven, fast unwirklichen Blau. Genau dieser Kontrast zur umliegenden Natur macht die Wanderung visuell besonders und bleibt im Kopf.

Auch wenn es nicht die ursprünglich geplante Route war, zeigt genau diese Erfahrung, dass sich in Neuseeland oft auch spontane Umwege lohnen – manchmal vielleicht sogar mehr als der eigentliche Plan.

Queenstown und die umliegende Region haben mich wirklich begeistert. Die Landschaft ist atemberaubend: hohe Berge, der tiefblaue Lake Wakatipu und unzählige Möglichkeiten, die Natur aktiv zu erleben. Gleichzeitig ist Queenstown eine lebendige Stadt mit vielen Restaurants, Cafés und Freizeitaktivitäten.

Auch wenn der Ort durch den starken Tourismus manchmal etwas hektisch wirkt, hat die Region einen ganz besonderen Reiz. Zwischen kleinen Orten wie Arrowtown, bei Wanderungen rund um Arthur’s Point und in der beeindruckenden Berglandschaft gibt es unglaublich viel zu entdecken.

Nach meinen Tagen rund um Queenstown ging meine Reise weiter nach Wanaka, wo bereits die nächste Wanderung auf mich wartete: der Diamond Lake Track, von dem aus man einen wunderschönen Blick auf die Diamond Lakes und die umliegende Berglandschaft hat.