Wānaka Neuseeland – Highlights und Wanderungen

Wānaka 

Nach meinem Aufenthalt in Queenstown ging meine Reise weiter nach Wānaka. Die kleine Stadt wirkt deutlich ruhiger und entspannter – genau der richtige Ort, um nach den vielen Eindrücken rund um Queenstown einmal etwas Tempo herauszunehmen.

Das Zentrum der Stadt liegt direkt am Lake Wānaka. Entlang der Uferpromenade reihen sich kleine Cafés, Restaurants und Boutiquen aneinander, sodass man hier wunderbar Zeit verbringen kann – sei es bei einem Spaziergang am See oder beim Stöbern in den Geschäften.

Ich habe mehrere Tage in Wānaka verbracht und immer auf demselben Campingplatz in Albert Town übernachtet. Der Platz ist zwar kostenpflichtig, mit umgerechnet etwa sechs Euro pro Nacht aber sehr günstig. Dafür bekommt man saubere Toiletten und eine insgesamt sehr angenehme Atmosphäre.

Wānaka ist einer dieser Orte, an denen man schnell merkt: Hier lohnt es sich, nicht nur kurz vorbeizuschauen. Die entspannte Stimmung, die schöne Lage am See und die umliegende Natur laden definitiv dazu ein, ein paar Tage länger zu bleiben. Von hier aus habe ich unter anderem zwei Wanderungen unternommen.

Diamond Lakes Walk

Der Diamond Lake Walk zählt zu den beliebtesten kurzen Wanderungen in der Umgebung von Wānaka. Besonders praktisch ist, dass es mehrere Routenoptionen gibt, sodass man selbst entscheiden kann, wie lang und anspruchsvoll die Wanderung sein soll.

Eine Möglichkeit ist der Diamond Lake Circuit Track. Dieser Rundweg führt direkt zum Diamond Lake und einmal um den See herum. Die Strecke ist etwa 45 Minuten lang und relativ einfach zu bewältigen. Damit eignet er sich gut für alle, die nur eine kurze Wanderung unternehmen möchten.

Eine weitere Option ist der Weg zum Diamond Lake Lookout. Der Aufstieg dauert etwa eine Stunde. Ein Teil der Strecke führt über mehrere Stufen bergauf, was zunächst etwas anstrengend wirken kann, insgesamt aber gut machbar ist.

Wer noch weitergehen möchte, kann von dort aus bis zum Lake-Wānaka-Lookout weiterlaufen. Für diese Variante sollte man insgesamt etwa zwei Stunden einplanen. Genau für diese Route habe ich mich entschieden. Die Wanderung ist zwar etwas länger, bleibt aber gut zu bewältigen – und der Ausblick am Ende lohnt sich definitiv. Von oben hat man einen beeindruckenden Blick auf den Lake Wānaka und die umliegende Landschaft.

Von dort aus kann man die Wanderung noch weiter fortsetzen und bis zum Rocky Mountain Summit aufsteigen. Der Gipfel gehört zum Rocky Mountain Summit Track und bietet einen noch umfassenderen Blick über die Landschaft rund um den Lake Wānaka.

Blick vom Wānaka Lookout über den Lake Wānaka und die umliegenden Berge bei Wānaka in Neuseeland.

Sonnenaufgangswanderung zum Roys Peak

Für mich war diese Wanderung eines der absoluten Highlights meiner Zeit in Neuseeland. Der Weg ist körperlich deutlich anspruchsvoller als viele der kürzeren Wanderungen in der Region. Für den Aufstieg sollte man etwa drei Stunden einplanen, für den Abstieg in der Regel rund zwei Stunden. Die Strecke verlangt Kondition, denn der Weg führt über weite Teile konstant und steil bergauf.

Ich habe mich entschieden, die Wanderung zum Sonnenaufgang zu machen und bin um 3:15 Uhr gestartet. Das war für mich die perfekte Zeit: Der Aufstieg ließ sich in einem guten Tempo bewältigen, und ich konnte unterwegs immer wieder kurze Pausen einlegen.

Oben angekommen musste ich noch einige Minuten auf den Sonnenaufgang warten. Gerade hier merkt man, wie wichtig die richtige Vorbereitung ist. Beim Aufstieg kommt man schnell ins Schwitzen, gleichzeitig sind die Temperaturen in der Höhe sehr niedrig. Es lohnt sich deshalb, eine trockene zusätzliche Schicht oder Wechselkleidung mitzunehmen. Während man oben am Gipfel wartet, wird es schnell sehr kalt.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist das Wetter. Für diese Wanderung sollte man unbedingt einen Tag mit klarer Sicht wählen. Ziehen Wolken oder Nebel auf, kann es passieren, dass man nach dem anstrengenden Aufstieg kaum etwas von der Aussicht sieht.

Ich hatte außerdem eine Thermoskanne mit Tee dabei, um mich während der Wartezeit etwas aufzuwärmen. Da ein großer Teil des Aufstiegs noch im Dunkeln stattfindet, ist eine Stirnlampe auf jeden Fall notwendig. Alleine unterwegs zu sein ist dabei kein Problem. Als ich gegen drei Uhr morgens am Parkplatz ankam, war dieser bereits fast voll, da viele ebenfalls früh starten, um den Sonnenaufgang am Gipfel zu erleben.

Sobald man den Gipfel erreicht hat und den Blick über die Landschaft schweifen lässt, sind alle Anstrengungen schnell vergessen. Der Aufstieg wird mit einem beeindruckenden Panorama über den Lake Wānaka, die umliegenden Berge und die weiten Täler der Region rund um Wānaka belohnt. Besonders zum Sonnenaufgang entsteht eine außergewöhnliche Stimmung, wenn das erste Licht langsam über den See und die Berglandschaft zieht. Genau dieser Moment macht die Mühe des frühen Starts und des langen Aufstiegs mehr als wett.

Sonnenaufgang am Roys Peak in Wanaka Neuseeland.

Wānaka Lavender Farm

In Wānaka habe ich außerdem die Wanaka Lavender Farm besucht. Dort kann man durch weitläufige Lavendelfelder spazieren, verschiedene Tiere beobachten und im angeschlossenen Shop eine große Auswahl an Lavendelprodukten erwerben. Ein besonderes Highlight ist definitiv das Café vor Ort. Hier gibt es unter anderem Lavendeleis, das ich probiert habe. Es schmeckt wirklich besonders und ist definitiv empfehlenswert.

Die Farm selbst hat mich persönlich allerdings nicht vollständig überzeugt, was letztlich Geschmackssache ist. Wichtig zu wissen: Man muss kein Ticket für den gesamten Farmbereich kaufen, um das Café zu besuchen und das Lavendeleis zu probieren. Das ist strategisch relevant, wenn du deinen Besuch schlank halten möchtest und nur die Erfahrung im Café machen willst.

Paragliding in Wānaka

Neben den Wanderungen bietet sich in Wānaka auch die Möglichkeit, die Landschaft aus der Luft zu erleben. Besonders beliebt ist Paragliding, denn von oben hat man einen beeindruckenden Blick über den Lake Wānaka und die umliegenden Berge.

Ich selbst habe es nicht ausprobiertt, aber vor Ort gelten die Bedingungen als ideal, vor allem wegen der stabilen Windverhältnisse und der offenen Landschaft. Wenn du nach einer besonderen Perspektive suchst, ist das definitiv eine spannende Option.

Hier kannst du Paragliding in Wānaka buchen.

Lake Hāwea

Nur wenige Minuten von Wānaka entfernt liegt der deutlich ruhigere Lake Hāwea. Im Vergleich zum bekannteren Lake Wānaka geht es hier spürbar entspannter zu.

Besonders auffällig ist die intensive blaue Farbe des Wassers, die je nach Licht fast unwirklich wirkt. Genau das macht den See zu einem echten Geheimtipp für alle, die es etwas ruhiger mögen.

Entlang des Sees und der umliegenden Flusslandschaft gibt es verschiedene Spazier- und Wanderwege. Von einem der nahegelegenen Campingplätze führt beispielsweise ein Weg am Fluss entlang bis zum See. Auch wenn ich diesen Weg selbst nicht gelaufen bin, ist mir die wunderschöne blaue Farbe des Flusses in Erinnerung geblieben.

Lake Hāwea ist damit die perfekte Ergänzung zu Wānaka: weniger belebt, aber landschaftlich mindestens genauso beeindruckend.

Wānaka hat mich vor allem durch seine Ruhe, die beeindruckende Natur und die vielen Möglichkeiten, die Umgebung aktiv zu entdecken, überzeugt. Zwischen entspannten Tagen am Lake Wānaka, anspruchsvollen Wanderungen wie dem Aufstieg zum Roy’s Peak und kleineren Ausflügen in die Umgebung entsteht hier eine perfekte Balance aus Erholung und Erlebnis.

Für mich war Wānaka einer der Orte, an denen man gerne länger bleibt als geplant.

Als Nächstes geht meine Reise an die wilde Westküste der Südinsel weiter, eine Region, die für ihre raue Natur, dichten Regenwälder und spektakulären Küsten bekannt ist.